22.11.2012, Marc Bär
Grüne 3. Säule
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Vorsorgen tut man ja eigentlich
für sich selber. Es gibt aber
auch Vorsorgelösungen,
die für einen Zusatzbatzen
im Alter und
gleichzeitig für eine nachhaltigere
Zukunft unseres
Planeten sorgen.
Man tut gut daran, sich mithilfe der dritten Säule ein paar weitere Nüsse für den Winter auf die Seite zu schaffen. Dies, weil die ersten beiden Säulen im Schweizer Vorsorgesystem nur etwa sechzig Prozent des bisherigen Erwerbseinkommens abdecken. Das freiwillige Vorsorgen besteht hierzulande aus der gebundenen Vorsorge (Säule 3a) oder der freien Vorsorge (Säule 3b). Am meisten Sinn macht wohl die gebundene Vorsorge: Das Vermögen kann individuell via Sparkonto 3a, Fondssparplan 3a oder Lebensversicherung 3a aufgebaut werden. Das so über die Jahre angehäufte Geld darf aber erst nach der Pensionierung angetastet werden. Der Anleger profitiert dafür von einem umfassenden Steuervorteil.
Vorsorgen und Gutes tun. Bleibt die Frage, ob man auch Sparen und gleichzeitig etwas Gutes für den Planeten tun kann. Man kann. Das Volumen nachhaltiger Geldanlagen in der Schweiz liegt laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) bei 44 Milliarden Franken. Nachhaltige Investments verbinden Renditeerwartungen mit ökologischen, sozialen und ethischen Werten. «Von solchen Anlagen profitieren nicht nur die Umwelt, förderungswürdige, innovative Startups und Unternehmen, die sich gegenüber der Umwelt fair verhalten, sondern auch die Anleger selber und mit ihnen die gesamte Gesellschaft », erklärt Reto Tarreghetta, Mitglied der Geschäftsleitung bei Swisscanto. Nachhaltig vorsorgen kann man auf zwei Arten: Die sehr direkte Möglichkeit ist der Kauf oder Bau einer nachhaltigen Immobilie. Die flexiblere Art ist das Sparen mit nachhaltigen Säule-3a-Produkten. In der Schweiz gibt es inzwischen einige davon. Swisscanto beispielsweise bietet ein grünes 3a-Säulen-Produkt an (BVG 3 Oeko 45), ebenso die Migrosbank (Mi-Fonds 45 Sustainable). Die Bank Sarasin (BVG-Nachhaltigkeit/BVG-Nachhaltigkeit Rendite) und die Raiffeisen Bank (Pension Invest Futura Balanced / Yield) haben je zwei solcher nachhaltiger 3a-Fonds.
Zukunft im Fokus Wie Martin Welti von der Zürcher Kantonalbank (ZKB) ausführt, können die Verantwortlichen eines 3a-Nachhaltigkeitsfonds oft nur in Aktien und Obligationen investieren. Ein nachhaltiges Investment in Immobilienfonds, Rohstoffe oder alternative Anlagen sei für die Fondsmanager schwieriger. «Deshalb muss man sich bewusst sein, dass man als Anleger mit solchen Produkten gewisse Diversifikationseffekte weggibt. » Diese Anlagevehikel können somit schneller auf Veränderungen der Konjunktur reagieren, was aber keine zentrale Rolle spielt, da sie langfristig ausgerichtet sind. Laut Erol Bilecen von der Bank Sarasin haben nachhaltige 3a-Fonds mindestens ein genauso gutes, wenn nicht besseres Profil als konventionelle Produkte. Dies aufgrund ihrer Fokussierung auf die Zukunftsfähigkeit. Will heissen, dass solche grünen Fonds nur in Firmen und Staaten investieren, welche die Zeichen der Zeit bereits erkannt haben und sich auf den vorhersehbaren Wandel des ökologischen und sozialen Rahmens einstellen.