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29.02.2012, Gabriela Bonin

Mein feiner Naschgarten

(iStock Photo)
Hobbyköche und Hausfrauen wollen ihr Gemüse und Obst stets noch frischer und exklusiver: Immer mehr von ihnen kultivieren daher einen Mini-Nutzgarten. Bereits gibt’s dafür spezielle Kursangebote.

Saftige Gurken direkt ab dem Stadtbalkon, frischer Koriander vom Fensterkistli, ausgefallene Tomatensorten aus dem eigenen Garten – alles garantiert bio und knackfrisch: Das macht immer mehr Hobbyköchen und Hausfrauen Freude. Dabei soll alles ganz nebenbei mit wenig Aufwand gedeihen und Spass bereiten – von angestrengtem Selbstversorgertum keine Spur.
Die neue Lust am kleinen Nutzgarten steige vor allem bei jungen Leuten, so Gartenfachfrau Brigitte Bosshard aus Stettfurt (TG). «Es gibt auch immer mehr Städter, die gemeinsam einen kleinen Nutzgarten kultivieren».

Knackiges vor der Tür
Denn wer kennt das nicht: Das Angebot an Frischware in den Supermärkten ist zwar gross, aber kaum ist der Salat gekauft, wird er schon lampig, und die teuren Import-Himbeeren aus Südeuropa schimmeln bereits wenige Stunden nach dem Kauf. Da schmeckt es weit mehr, wenn man gratis und franko vor der eigenen Haustüre einen knackigen Pflücksalat erntet und sich reife Beeren direkt ab Strauch in den Mund schiebt.
Zudem macht es vielen Hobbygärtnern und -köchen Freude, aussergewöhnliche Nutzpflanzen zu kultivieren: Wildsträucher etwa, deren Beeren man beim Grossverteiler gar nicht kaufen kann, beispielsweise die Kornelkirsche, mit der man ein leckeres Confit machen kann. Oder auch Maibeeren, Apfelbeeren und die berühmten «Anti Aging»-Beeren «Goji», die auch in heimischen Gärten gut gedeihen.

Hoch im Kurs
Dementsprechend steigt die Nachfrage an Kursen: Die schweizerischen Stiftung Pro Specie Rara bietet beispielsweise Kurse an, in denen man lernt, wie man mit einfachen Mitteln Setzlinge rarer Gemüse- oder Zierpflanzen-Sorten selber ziehen kann – die Nachfrage danach ist weit grösser als das Angebot. Auch der grösste Schweizer Naturgartenspezialist, die Winkler & Richard AG in Wängi (TG), reagiert auf den neuen Trend und bietet Anfang Mai neu den Kurs «Naschgärten» an.
Dabei zeigen der Naturgartenpionier Peter Richard und die Gartenfachfrau Brigitte Bosshard bewährte Kombinationen bei Gemüse, Blumen und Obst. «Ich will zudem dafür sorgen, dass die Teilnehmer die Angst verlieren, dass ein Nutzgarten viel Arbeit bereite», sagt Peter Richard, der in all seinen Fachbüchern stets für ein entspanntes, stressfreies Gärtnern plädiert.

Der Investment-Tipp
Nebst neuen Mussestunden im Garten und kulinarischen Höhenflügen in der Küche beschert der Nutzpflanzentrend auch noch einen weiteren, handfesten Vorteil: Haia Müller, die Gartenkolumnistin des «Migros Magazin», hat neuerdings seit langem wieder mal Gemüse selbst angepflanzt – und zwar auf Empfehlung ihres Bankers, der sie vertrauensvoll wissen liess, ein Nutzgarten sei die beste Anlage für die Zukunft.

Linktipps:
http://www.psrara.org/
http://psrara.org/Generator.aspx?tabindex=2&tabid=961&palias=default
http://www.gartenland.ch/
http://www.gartenland.ch/naschgarten.html

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