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11.04.2012, zvg

«Stopp den Giftzwerg» – Kampagne gestartet

Die Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) startet die nationale Kampagne «Stopp den Giftzwerg». Während zwei Jahren sensibilisiert Pusch zusammen mit Bund, Kantonen und Privatwirtschaft die Bevölkerung für einen sorgfältigen Umgang mit Chemikalien. Heute lernte Miss Earth Schweiz von Experten an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Wädenswil, wie Haus- und Gartenpflanzen ohne Pestizide gepflegt werden.

Chemikalien finden sich in allen Bereichen des Alltags: Sei es die morgendliche Dusche mit dem duftenden Duschgel, der Hausputz, die Gartenpflege, die Sportcreme gegen den Muskelkater – überall erleichtern uns Produkte mit meist synthetisch hergestellten Stoffen das Leben. Doch die Fülle an Chemikalien hat auch unerwünschte Nebenwirkungen, wie Ion Karagounis, Geschäftsleiter von Pusch, sagt: «Viele Stoffe belasten als so genannte Mikroverunreinigungen schon in kleinsten Mengen die Umwelt». Diese «Giftzwerge» will Pusch mit der Kampagne vertreiben. Ihr Ziel ist es, dass weniger belastende Produkte verwendet werden. Falls dennoch Chemikalien zum Einsatz kommen, sollen sie richtig angewendet und separat entsorgt werden. Ein besonderes Augenmerk legt die Kampagne auf Pflanzenschutzmittel. Laut dem Bundesamt für Umwelt (Bafu) werden an rund der Hälfte der Grundwasser-Messstellen in der Schweiz Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden. Diese stammen nicht nur aus der Landwirtschaft, sondern zu einem erheblichen Teil auch aus dem Siedlungsgebiet.

Ein Verzicht auf Chemie lohnt sich
Gerade wenn es um die Pflege von Pflanzen in Haus, Balkon oder Garten geht, lohnt sich ein Verzicht auf Chemie. Miss Earth Schweiz, Irina de Giorgi, will bei sich zu Hause den Giftzwerg vertreiben. Sie lässt sich von Jürg Grunder, Leiter des Fachstelle für Phytomedizin an der ZHAW erklären: «Pflanzenschutzmittel sind schnell einmal zu hoch dosiert oder falsch eingesetzt. Rückstände schaden der Gesundheit und der Umwelt. Sicherer und ökologischer ist für Hobbygärtner der biologische Weg.» Wie das aussehen kann, zeigt er an drei Massnahmen: Zum Vorbeugen kann man resistente Pflanzen wählen, gegen Schädlinge kann man Nützlinge, zum Beispiel Marienkäfer gegen Blattläuse oder Älchen gegen Dickmaulrüssler einsetzen. Schliesslich lassen sich auch Klebfallen aufhängen, beispielsweise gegen Kirschenfliegen. Die ZHAW forscht auch mit weiteren Nützlingen wie Schlupfwespen oder Pilzen und Bakterien, und gibt ihr Wissen an Fachleute in Obst-, Wein-, Gemüse- und Gartenbau weiter. Die ZHAW will selber ebenfalls weniger Gift anwenden: Der Lehr- und Forschungsbetrieb ist auf dem Weg zur Umstellung auf biologische Landwirtschaft.

Der Marienkäfer zeigt, wie’s ohne Gift geht
Das Wissen über Alternativen zu Chemikalien soll mit der Kampagne den Weg zur breiten Bevölkerung finden. Dafür sorgt als Maskottchen und Botschafter ein sympathischer Marienkäfer. Das schlaue Tierchen gibt auf Webseite, Flyer und Merkblättern Tipps und Ratschläge für Haus und Garten. Für die Verbreitung der Informationen setzt Pusch auf die Zusammenarbeit mit Behörden, Schulen, Vereinen, aber auch professionellen Anwendern. Marianne Gehring, Leiterin der Kampagne, hofft auf eine rege Beteiligung: «Gemeinden können sich der Kampagne anschliessen, indem sie zum Beispiel Kampagnen-Flyer versenden, in einer Rücknahme- Aktion Haushaltschemikalien sammeln, oder selber als Vorbilder auftreten und eine biologische Grünflächenpflege einführen.» Familiengarten-Vereine können Beratungen für biologische Schädlingsbekämpfung anbieten. Für Schulen schlägt Pusch die Aktion «Giftfreies Schulhaus» vor: Schülerinnen und Schüler lernen dabei Grundlegendes über Chemikalien und hissen in ihrem Schulhaus die Fahne mit dem Slogan «giftlos glücklich». Pusch bietet für lokale Aktionen Ideen, Hilfsmittel und Unterstützung an. Getestet wurden die Aktionen bereits vergangenes Jahr im Zürcher Furttal. Die dreimonatige Pilotkampagne stiess auf grossen Anklang in der Bevölkerung.

Schönheitskönigin mit Herz für Marienkäfer
Damit in privaten Wohnungen, Häusern und Gärten weniger Chemikalien verwendet werden, ist viel Überzeugungsarbeit nötig. Unterstützung erhält die Kampagne sowohl von Bund und Kantonen, Stiftungen, wie auch von Partnern aus dem Handel: Der Bau- und Garten-Detaillist JUMBO, der Biogarten-Spezialist Andermatt Biogarten sowie der Dünger-Spezialist Hauert informieren ihre Kunden und tragen mit Sponsoring zum Gelingen der Kampagne bei. Auch die umweltbewusste Schönheitskönigin Irina de Giorgi, Miss Earth der Schweiz, unterstützt Pusch im Kampf gegen den Giftzwerg. Zur Lancierung lässt sie aus dem Tulpengarten der ZHAW symbolisch Marienkäfer fliegen: «Sie sollen die Giftzwerge aus der Schweiz vertreiben und uns giftlos glücklich machen!»

www.giftzwerg.ch

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